Mediation

Mediation verschafft und erhält Würde

In vielen Fällen erscheinen Streitigkeiten unlösbar, festgefahren. Es erscheint als einziger Ausweg, den Konflikt von anderen, beispielsweise Gerichten, Behörden etc. klären zu lassen. Am Ende fühlt sich oft eine Partei als Verlierer und eine als Gewinner, und nicht selten führt dies statt zu einer Konfliktlösung, zu einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen untereinander. Im Bereich der familienrechtlichen Konflikte sind die wirklichen Verlierer allzu oft die gemeinsamen Kinder - im Bereich wirtschaftlicher Konflikte sind häufig beide Seiten die Verlierer.

Eine Ergänzung der Palette der Konfliktbehandlungsformen stellt die Mediation als Konsensmodell dar. Mediation ist insoweit kein Ersatz für ein gerichtliches Verfahren, kann jedoch eine Alternative sein. In bestimmten Konfliktbereichen ist Mediation zur Konfliktlösung ungeeignet, in anderen jedoch dem traditionellen gerichtlichen Verfahren überlegen. Mediation eignet sich vor allem für Personen, die "Konflikteigentümer" bleiben und das Verfahren nicht delegieren wollen, zugleich aber einen Dritten brauchen, der "konfliktkundig" ist und Wege kennt, wie am ehesten ein faires und wertschöpfendes Ergebnis erzielt werden kann. Mediation ist eine Haltung

Lösungsweg mit Selbstachtung und gegenseitigem Respekt

Mediation ist mithin ein Weg zur Lösung von Konflikten, bei dem die Beteiligten mit Hilfe neutraler Dritter, die keine Entscheidungsmacht haben, eigenverantwortlich und gemeinsam Lösungen für die Zukunft erarbeiten. Die Mediation ist eine Hilfe zur eigenverantwortlichen Konfliktlösung, ein freiwilliger Prozess der Kooperation, in den die Konfliktpartner "nur" aus eigenem, freien Entschluss einwilligen können. Mediation stellt einen vertraulichen Prozess des Verhandelns dar, der nur mit gemeinsamen, von beiden Seiten als fair empfundenen Lösungen enden kann. Die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse können gleichberechtigt eingebracht, kennen- und verstehen gelernt werden wobei über den Weg des persönlichen Verhandelns ein für alle fairer Ausgleich erarbeitet werden kann. Mediation ist ein Versuch, auch in Zeiten schwerster Konflikte und Streitigkeiten mit Selbstachtung, Würde und gegenseitigem Respekt einen persönlichen Lösungsweg aus einer Krise zu finden. Mediation ist mithin ein Weg der Klärung, Abgrenzung und Neugestaltung wirtschaftlicher und familiärer Beziehungen und finanzieller Rahmenbedingungen, bei dem der Mediator Wegbegleiter und nicht Richter, Gutachter oder Anwalt ist. Mediation ist ein Verfahren der Konfliktregulierung, in dessen Verlauf die Beteiligten ihre soziale Kompetenz zum Interessenausgleich und zum Verhandeln erweitern.

Von der derzeitigen Situation ausgehend mit Blick nach vorn

Mediation ist geprägt von Vertraulichkeit. Der Mediator oder die Mediatoren - oftmals wird Mediation in Kooperation durchgeführt - unterliegen der Schweigepflicht. Die Mediatoren werden im Rahmen des Verfahrens auch Neutralität bewahren. Sie unterstützen beide Konfliktpartner gleichermaßen, ihre Interessen zu formulieren und Lösungsmodelle zu finden. Sie fördern bei den Konfliktpartnern die Selbstbehauptung und den Sinn für eine faire, gemeinsame Lösung.

Die im "klassischen" gerichtlichen Verfahren als alleiniger Entscheidungsmaßstab herangezogenen gesetzlichen Vorschriften werden in der Mediation verwendet, nicht angewendet. Sie stellen eine Schatzkammer dar insoweit als die Grundgedanken und Prinzipien, die das Recht zur Verfügung stellt, nutzbar gemacht werden um sich eigene Interessen bewusster zu machen und klarer vertreten zu können. Sie sind nicht alleiniger Entscheidungsmaßstab, bilden aber das Netz, das dem Schwächeren Schutz bei einem Ausstieg aus der Mediation gewährt, wenn sich ein Machtgefälle nicht ausbalancieren lässt und unfaire Regelungen die Folge wären. Während die gerichtliche Entscheidung auf Tatsachen der Vergangenheit beruht, geht die Mediation von der gegenwärtigen Situation aus und versucht, das zukünftige Miteinander zu gestalten beziehungsweise im Falle einer Auseinandersetzung Perspektiven für die Zukunft auch getrennter Wege zu eröffnen.

 

Anwendung bei vielen Konflikten

Mediation kann in vielen Konfliktfeldern Anwendung finden: im familiären Bereich, hier insbesondere bei Trennung und Scheidung, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei Konflikten in sozialen Institutionen, in der Schule, im Wirtschafts- und Arbeitsbereich, im politisch sozialen Bereich (community mediation), im Verwaltungsbereich und in der Politik.

Ziele der Mediation

Das generelle Ziel der Mediation liegt in der Konsensbildung. Daneben gibt es zahlreiche Teil- oder Unterziele. Üblicherweise werden Ergebnisse in kürzerer Zeit als mittels "klassischer" Methoden erreicht. Häufig kommt zu der Zeitersparnis eine deutliche Kosteneinsparung, welche nicht zwingend, wenn aber vorhanden, dann doch auch gerne mitgenommen wird. Mediation führt zu einer win-win-Situation, führt zu höherer Bereitschaft, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten, fördert die Eigenverantwortung indem sie die Verantwortung bei den eigentlich Verantwortlichen belässt. Die sozialen und/oder wirtschaftlichen Beziehungen werden durch Mediation dergestalt gepflegt, dass i.d.R. keine Unterbrechung sondern üblicherweise eine lückenlose Weiterführung möglich ist. Ein wesentlicher Bestandteil der Mediation liegt in der Vertraulichkeit begründet. Daneben gibt die Mediation Raum für Kreativität. Diese Kreativität ist zu nutzen für alle Konfliktbeteiligten.

Grenzen der Mediation

So schön es auch wäre, leider eignet sich nicht jedes Problem oder jeder Konflikt zur Behandlung mit dem methodischen Vorgehen der Mediation. Hier ist jeweils kritisch und sachkundig zu prüfen und zu hinterfragen bevor man sich auf die einzusetzende "Behandlungs"-Methode verständigt. Unabdingbare Vorraussetzung ist der allseits erforderliche Willen zur Konsensbildung. Sofern dieser Willen nicht vorhanden ist, ist jeder "mediative Ansatz" zum Scheitern verurteilt.

Der Mediator

Die vorstehenden Gedanken zum Thema Mediation zeigen implizit auch die hohen Anforderungen auf, welche an die Qualifikation des Mediators gestellt werden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir uns für das qualifizierte Weiterbildungsangebot des renommierten Steinbeis-Transferzentrums für Kommunikation und Wirtschaftsmediation entschieden. Diese Verbindung gibt uns die Sicherheit, sachlich, fachlich und methodisch den "state of the art" zu erhalten.