Coaching
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Diskrete Problemlösung durch bessere Nutzung der eigenen Potenziale
Hasenfuß-Ungleichung nennt man ein weit verbreitetes Dilemma:
Man weiß, dass man in einer misslichen Situation steckt, aus der man sich tunlichst befreien sollte- aber nichts geschieht. Anstatt beherzt nach entlastenden Lösungen zu suchen, wurstelt man sich weiter durch. "Wir leiden lieber unter dem Bekannten, als vom Unbekannten zu profitieren. Wir ziehen den sicheren Schmerz der unsicheren Wohltat vor", lässt sich dies beschreiben. Weshalb das so ist: weil Veränderungen Angst machen. Betriebsinhaber und Führungskräfte schlagen sich tagtäglich damit herum.
Ein bewährter Schritt, aus solchen Situationen heraus- oder gar nicht erst hinein zu kommen, heißt Coaching - die Möglichkeit, die erkannte oder vermutete Zwiespältigkeit der eigenen Situation im Vier-Augen-Gespräch mit einem versierten, zur Verschwiegenheit verpflichteten Gesprächspartner offen zu legen und mit seiner Unterstützung zu überwinden.
Schätzungen gehen davon aus, dass inzwischen jeder vierte oder fünfte Betriebsinhaber oder Manager "seinen" Coach hat. Doch nur selten sprechen diejenigen, die diesen sinnvollen Schritt zur persönlichen Entlastung und Weiterentwicklung getan haben, darüber.
"So normal und selbstverständlich es in der Wirtschaft ist, sich auf ganz bestimmten Gebieten Expertenrat vom Unternehmens-, Steuer- oder Rechtsberater einzuholen, so bedeckt hält man sich, wenn es um den vertraulichen Gedankenaustausch und die diskrete Problembewältigung, kurz, das ganz persönliche mentale Fitnesstraining geht", beschreibt Ulrich Scheurenbrand, selbst erfahrener Manager und auf Organisations- und Einzelberatung spezialisierter Unternehmensberater aus Böblingen, die Situation. Coaching, erläutert Scheurenbrand, ist professionelle Einzelberatung durch einen externen Berater auf einer partnerschaftlichen Basis der gegenseitigen Wertschätzung und Akzeptanz. Coach und Klient begegnen sich "auf Augenhöhe" und ohne "Beziehungsgefälle". Die Zusammenarbeit kombiniert individuelle Beratung, Konfrontation und Einzeltraining.
- Probleme und deren Ursachen zu erkennen und zu verstehen
- sich der Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, Vorlieben, Stärken und Schwächen bewusst zu werden
- neue Verhaltensweisen auszuprobieren
- Wahlmöglichkeiten im Entscheiden und Handeln aufzuspüren
- Wissen gezielt zu erwerben.
Der Coach
- spricht mit seinem Mandanten über dessen Erfahrungen im Verlauf dieses Bemühens,
- sich selbst und die Umwelt besser zu verstehen,
- Fehlentwicklungen zu korrigieren,
- die eigenen Potenziale optimal zu nutzen,
- konsequent sach- und situationsgerecht zu denken, zu entscheiden und zu handeln.
- stützt und ermutigt, wenn Ängste und innere Widerstände blockieren.
- gibt Feedback und konfrontiert mit den "blinden Flecken".
- ist zudem Ratgeber mit dem Blick von außen, den keine Interna belasten.
Dank dieser Unbefangenheit vermag er auch psychologische Manöver und Rivalitätskämpfe bewusst zu machen oder kann helfen, einen abgerissenen Kontaktfaden wieder neu zu knüpfen.
Vielleicht übernimmt er im Rollenspiel den Part einer nicht anwesenden Person und übt Argumentation und Verhalten ein.
"Das gewohnte unreflektierte Fühlen, Denken und Reagieren soll bewusst gemacht und in Frage gestellt werden und durch überlegtes, kontrolliertes Denken und Reagieren ersetzt werden", beschreibt Scheurenbrand eine wesentliche Aufgabe des Coaching. So sei es nicht ungewöhnlich, dass Führungskräfte ihren Coach bitten, sie ein paar Tage in ihrer unmittelbaren beruflichen Tätigkeit zu begleiten, um einen direkten Eindruck von der Arbeitsumgebung zu bekommen. Scheurenbrand beschreibt Coaching als Prozess des gemeinsamen Suchens und Findens und nicht als einen Weg schneller Lösungen. In der Anfangsphase komme es denn auch gelegentlich zu Konflikten zwischen Coach und Mandant: Menschen, die im Unternehmensalltag gewohnt sind, schnell zu entscheiden, reagieren zunächst manchmal unwillig, da Ergebnisse oft nicht unmittelbar und postwendend, sondern erst nach mehreren Treffen und gemeinsamen Besprechungen sichtbar und/oder spürbar werden.
Die Arbeit zwischen Mandant und Coach stellt zunächst an den Coach außerordentlich hohe Anforderungen, da Arbeitsinhalte spontan, ad hoc entstehen können und in der Regel auch unverzüglich "erledigt" werden sollten. Dies erfordert in besonderem Maße sowohl fachliche als auch soziale Kompetenz. Weiter ist - zumindest in der Startphase der Arbeitsbeziehung - ein flexibler Umgang mit dem Terminkalender sicher sehr hilfreich, da dem Mandanten zugestanden werden sollte, "zu jeder Zeit", nämlich immer bei Bedarf, "seinen Coach" anzusprechen. Wenn die Beziehung allerdings die genannten Kriterien erfüllt, so steht üblicherweise einer erfolgreichen und häufig auch dauerhaften Entwicklung nichts mehr im Wege.

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